Animiertes Origami, Ursprung

 Animiertes Origami ist ein kreativer Prozess, der zu L’Atelier de Santi geführt hat. Und das, nachdem ich beide Welten, Animation und Origami, durchlaufen habe. Das Video unten zeigt in Bildern die Bedeutung dessen, was ich im Folgenden erklären werde. Es ist eine gemischte Produktion von 3D-Zeichnungen und Origami und es ist die kurze Geschichte des Erwachens dieser Kunst.

Die frühe Entdeckung des Zeichentrickfilms und des Geheimnisses seiner Entstehung war eine Motivation, die von der Fantasie eines Kindes inspiriert war. Ein Kind, das unbelebte Gegenstände mit der Absicht animierte, eine imaginäre Geschichte zu erzählen und/oder zu leben. Das ist etwas Natürliches in der Kindheit. Es ist der Moment, in dem der Mensch sein Potenzial entdeckt und seine Anliegen verfeinert. Und in meinem Fall hat mich das seither immer sehr gut unterhalten.

Ich erinnere mich auch an den Einfluss der Kurzfilme auf meinen Lernprozess, die in den 1970er Jahren im staatlichen Fernsehen während der Kinderstunden ausgestrahlt wurden. Ich meine damit die handgemachten Produktionen, die damals in den osteuropäischen Ländern hergestellt wurden. Sie basierten auf dem, was man heute „Stop-Motion“-Technik nennt, Bild für Bild.

Fotograma en la animación de origami "Papiroexodo"

Rahmen in Origami-Animation „Papiroexodo“

Stop-Motion, der Ursprung des Kinos

Die Pioniere des Kinos als Illusion, Magie und Trickserei sind unter anderem Georges Méliès und Segundo Chomón.

Sie bedienten sich dieses Verfahrens, „stop motion“ oder Bild für Bild, einer damals sehr handwerklichen Technik, deren Ergebnisse jedoch eine Mischung aus Magie, Illusion und Fantasie sind, die das Kino im Kern ausmacht.

Bewegungszyklen eignen sich gut für diese Technik. Tatsächlich war dies das inspirierende Prinzip hinter dem Zoetrop und anderen Instrumenten, die versuchten, Bewegungen einzufangen und zu reproduzieren. Springen, Fliegen, Laufen, Gehen, Blinzeln usw. sind sich wiederholende und zyklische Bewegungen. Alle Lebewesen führen reflexartige und mechanische Bewegungen aus, die sich mit dieser Technik leicht reproduzieren lassen. Eine Abfolge von Bildern mit einer leichten, allmählichen Veränderung vom vorherigen Bild zum nächsten. Dadurch entsteht auf der Netzhaut die Illusion einer Bewegung des betrachteten Bildes. Diese Übung mit Origami-Figuren führt zu einer Animation dieser Figuren, die ihre – in vielen Fällen geometrischen – Formen zum Leben erweckt.

ciclos del caracol y el gusano

Schnecken- und Schneckenzyklen

Schnecke und Wurm, Praxis

Es ist also möglich, mit dieser Technik alles zu animieren. Um einen selbstgemachten animierten Kurzfilm zu drehen, muss man die Bewegung Bild für Bild ablaufen lassen. Dies ist der Fall bei „Die Schnecke und der Wurm“, bei dem ich neben anderen selbstgemachten Animationen diese Technik studiert habe. Für diese Animation habe ich eine einfache, von Kasahara entworfene Schnecke verwendet. Der letzte Aspekt ist einfach und sehr geometrisch. Für den Wurm habe ich jedoch ein eigenes Design entwickelt, bei dem ich mir Gedanken über die Bewegungen gemacht habe, die die Figur in dem Kurzfilm machen muss. Es bestand darin, eine gefaltete Basis in einem sehr länglichen Format herzustellen, eine gestaffelte Faltung von außen nach innen. Das gab der Figur einen sehr flexiblen Aspekt für ihre „Performance“. Den entsprechenden Zyklus habe ich auf beide Figuren angewandt. Einfachheit und Schlichtheit sind der beste Weg, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Das Ergebnis ist aufgrund der Mittel, des Verfahrens und auch der Absicht sehr handgemacht und einfach. Und als musikalischen Hintergrund für diesen Schleifenzyklus habe ich ein Fragment des Liedes „Este fin“ von Sergio Cardoso verwendet. 

Zum Schluss möchte ich Sie einladen, sich die meisterhafte ungarische Produktion von animiertem Origami und 3D anzusehen. Er wurde von Láslo Ruska und Dávid Ringeisen für den WWF gedreht. Sowohl inhaltlich als auch künstlerisch ist dieser Kurzfilm ein Beispiel und eine Referenz für das, was ich unter animiertem Origami verstehe und glaube, dass es sein sollte.

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